Presseinformationen

07.11.2011
Betreute der Brücke Ostholstein nicht von Datenpanne betroffen

Die bei einem Internetdienstleister in Rendsburg aufgetretene Datenschutzpanne im Zusammenhang mit psychiatrischen Behandlungsangaben stellt einen GAU für die betroffenen Menschen dar.
Die Brücke Ostholstein hat diesen Dienstleister nicht genutzt und ist von dem aufgetretenen Datenleck nicht betroffen. Somit war der Persönlichkeitsschutz der von der Brücke Ostholstein betreuten Menschen jederzeit gewährleistet.
Der Vorfall verdeutlicht die Bedeutung des Daten- und Persönlichkeitsschutzes speziell im Bereich der Gesundheitsversorgung. Alle beteiligten Organisationen bzw. Verantwortlichen sind gefordert - auch über die gesetzlichen Bestimmungen hinaus - Anstrengungen zu unternehmen, den Persönlichkeitsschutz von hilfebedürftigen Menschen jederzeit zu gewährleisten.
Die Brücke Ostholstein gibt dem Datenschutz aus diesen Gründen traditionell einen besonderen Stellenwert. Daten-/ Persönlichkeitsschutz ist für uns fester Bestandteil sozialpsychiatrischen Handelns, nicht zuletzt weil eine vertrauensvolle Beziehung zwischen Hilfebedürftigen und Betreuungspersonen wesentliche Grundlage für die Erbringung der Unterstützungsleistung ist. So stellt die Datenvermeidung (= Daten werden nur erhoben, wenn es für die Hilfeerbringung unbedingt erforderlich ist) ein Prinzip dar, das für die sozialpsychiatrischen Angebote von Beginn an grundlegend war, um der Stigmatisierung von Menschen aufgrund ihrer Erkrankung entgegen zu wirken.
Als Unternehmen, dessen Angebote überwiegend steuerfinanziert sind, kommen wir nicht darum herum, Daten von hilfesuchenden Menschen zu erheben, zu verarbeiten und den Leistungsträgern (Sozialämter, Krankenkassen, u.a.) zur Verfügung zu stellen. Hierbei nutzen wir die modernen Mittel der Bürokommunikation in konservativer Weise: Nur das, was technisch ausgereift und zertifiziert ist, kommt bei uns als Hilfsmittel zum Einsatz. Entsprechend prüfen wir die Sicherheitsstandards von Dienstleistern, die für uns im Auftrag Daten verarbeiten. Im Zweifel verzichten wir auf den Einsatz von technischen Mitteln bzw. Dienstleistern solange, bis die erforderlichen Sicherheitsstandards gewährleistet sind.
In diesem Vorgehen sehen wir uns durch den aktuellen Vorfall bestätigt und gleichzeitig gefordert, dies konsequent weiter zu verfolgen.

12.09.2011
Bücherwurm in Heiligenhafen eröffnet neu

Der Second-Hand-Buchladen "Bücherwurm" hat nun endlich wieder seine Türen geöffnet: Etwa 50 Besucher kamen, um das Team zu beglückwünschen und das neue Domizil am Markt 9 zu besichtigen. Der Buchladen besteht in Heiligenhafen bereits seit 2008 und ist eines von drei Arbeitsprojekten der Brücke Ostholstein; weitere "Bücherwürmer" gibt es in Neustadt und Eutin. Die Einrichtungen geben seelisch kranken Menschen die Möglichkeit, ihre Arbeitsfähigkeit in verschiedenen Bereichen zu erproben, ohne all zu großem Leistungsdruck ausgesetzt zu sein.
In Heiligenhafen zeigte sich jedoch, dass die Räumlichkeiten für das immer größer werdende Bücherwurm-Team schnell zu klein wurden und verschiedene Arbeitsbereiche in andere Brücke-Einrichtungen ausgelagert werden mussten. Nach längerer Suche konnte nun das neue Domizil am Markt bezogen werden, auch zur Freude von Dirk Wäcken, Geschäftsführer der Brücke, der seinen Mitarbeitern zur gelungenen Wiedereröffnung gratulierte und auch weiterhin viel Erfolg wünschte.
Unser besonderer Dank gilt den Klienten, die tatkräftig mitgeholfen und das alles erst möglich gemacht haben", freute sich Anja Bargholz, die zusammen mit Anna-Sophie Meier den Heiligenhafener Bücherwurm betreut. Zurzeit arbeiten zwölf Klienten ganz- oder teilweise in dem Beschäftigungsprojekt, einige von ihnen sind von Anfang an mit dabei. Zum Alltag im Bücherwurm gehören neben der Tätigkeit im Buchladen auch Gruppenaktivitäten wie gemeinschaftliches Kochen, Ausflüge und sogar Ferienfreizeiten. Dies fördert neben dem Arbeitsalltag die soziale Kompetenz und psychische Stabilität, meint Anja Bargholz und erzählt, dass viele der Betroffenen früher häufiger klinisch betreut werden mussten, seit ihrer Tätigkeit im Bücherwurm jedoch fast gar nicht mehr.
Die Öffnungszeiten in den neuen Räumen haben sich geändert: Der "Bücherwurm"ist geöffnet am Montag von 10 bis 12 Uhr und von 13 bis 16 Uhr, dienstags und donnerstags von 10 bis 16 Uhr, mittwochs von 11 bis 16 Uhr und freitags von 10 bis 13 Uhr. Telefonisch ist das Team erreichbar unter 04362-508806.

17.08.2011 
In der Therapiewohnung wieder neuen Lebensmut schöpfen - die Brücke Ostholstein gibt per Video Einblicke in die sozialtherapeutischen Wohngruppen Eutin.

Ab sofort können sich interessierte Frauen und öffentliche Kostenträger von der Arbeit der Wohngruppen FrauenWeGe in Eutin einen vertieften Einblick verschaffen. Mit einem Youtube-Video geben die Sozialtherapeutinnen Ina-Elisabeth Kunzlmann und Sandra Schulze Auskunft über ihre Arbeit mit den Frauen und das Leben in der Einrichtung.
Dieses Angebot senkt die Hemmschwelle, als Frau mit der Diagnose ‚Persönlichkeitsstörung’ Hilfe in Anspruch zu nehmen. Unverbindlich und anonym können Frauen sich informieren, ob ein Betreuungsplatz für sie in Frage kommt, und die Einrichtung von Innen kennen lernen. „Wir versuchen den Frauen zu vermitteln, dass es hier um gegenseitige Wertschätzung geht. Jede Frau hat ein Recht, mit all dem, was sie mitbringt auch hier erst einmal anzukommen.“, erklärt Therapeutin Kunzlmann in dem Film. Zu Wort kommt auch eine ehemalige Bewohnerin der Einrichtung, die dem Therapieansatz eine positive Wirkung auf ihr Leben bescheinigt: „Ich habe erst hier gelernt, was Leben heißt. Vorher bestand mein Leben daraus, es zu beenden.“
Durch die Spezialisierung der Einrichtung auf Bewohnerinnen mit Borderline-Verhalten, insbesondere Essstörungen und selbstverletzendem Verhalten, sind die Wohngruppen überregional für öffentliche Kostenträger und Kliniken interessant, die auf der Suche nach post-stationären Betreuungsmöglichkeiten für ihre Patientinnen sind. Die Wohngruppen FrauenWeGe bieten an zwei Standorten insgesamt 12 teilstationäre Plätze, in denen Frauen nach dem dialektisch-behavioralem Therapiekonzept betreut werden. Für den weiteren Therapieverlauf bietet der Träger darüber hinaus drei Trainingsapartments, in denen die Frauen bei Bedarf zurück in ein selbstständiges Leben begleitet werden.
Die gemeinnützige GmbH Brücke Ostholstein ist seit 1998 Träger der Einrichtung. Neben den Wohngruppen werden auch Tages- und Begegnungsstätten, ein Wohnheim, betreutes Wohnen, ein psychosozialer Dienst und sozialpsychiatrische Hauskrankenpflege angeboten.

01.05.2010
Immer mittwochs: Begegnungsstätte der Brücke in Neustadt für Interessierte offen

Neustadt. Eine psychische Erkrankung verändert das Leben, betrifft Menschen auf ganz verschiedene Weise und stellt viele Betroffene vor einen Berg von Fragen – und doch ist das offene Gespräch darüber selten. Die Brücke Ostholstein bietet traditionell einmal wöchentlich einen Treffpunkt an für Menschen, die sich mit anderen austauschen wollen und Anregungen für ihre Lebensgestaltung suchen. Die Begegnungsstätte in der Neustädter Bahnhofstraße 4 ist stets mittwochs von 14 bis 16 Uhr für alle Interessierten offen.
Typisch Brücke: Seit die gemeinnützige Organisation für Menschen mit seelischen Erkrankungen vor über 20 Jahren in Ostholstein die Arbeit aufnahm, gibt es auch die kostenlosen Begegnungsstätten. „Neue Leute kennenlernen, fachlichen Rat bekommen oder einfach eine nette Zeit verbringen – wer den Wunsch hat, sich der Gruppe anzuschließen, kann das tun, ohne Bürokratie, ohne Anträge, einfach vorbeischauen“, erklärt Regionalleiter Gerd Holländer das Grundprinzip des Ur-Angebotes der Brücke. „Es haben schon viele Menschen auf diese Weise neue Kontakte und auch die für sie richtigen Hilfen gefunden. Herauszukommen aus den vier Wänden, nicht allein sein mit seinen Sorgen – ein guter Anfang.“
In den Räumen der Neustädter Tagesstätte gestaltet Brücke-Mitarbeiter Robert Villwock zusammen mit ehrenamtlichen Helfern das Angebot der Begegnungsstätte. Er setzt dabei nicht auf starres Programm, sondern auf die Stimmung des Tages. Mal stehen Gespräche im Mittelpunkt, mal sind es Gesellschaftsspiele, Malen oder Basteln. „Auch mit einer Erkrankung gehört man noch dazu und stehen einem Wege offen. Es klingt vielleicht simpel, aber ein gemeinsamer Nachmittag mit netten Leuten kann diese Zuversicht stärken.“
Wie viele Menschen sich auf diese Weise schon Hilfe holten, ist nicht gezählt. Robert Villwock: „Für uns ist nur entscheidend, dass sie es tun. Sie hören von der Begegnungsstätte und fassen sich irgendwann ein Herz, das ist das, was zählt. Oft können sich die Besucher später mit weiteren Angeboten viel Hilfe organisieren, von der sie vorher gar nichts wussten, und ihre Lebensqualität wirklich verbessern. All das steckt in diesem Reinschauen.“

14.09.2009
Eine Woche lang Filmfestival „Verrückt nach Leben“ in Bad Schwartau

Bad Schwartau. Sehnsucht nach Liebe, Sinnsuche mit Grenzerfahrungen, schräge Erwachsene und die Konfrontation mit Krieg und Gewalt – stürmische Zeiten für Heranwachsende, die im „Ausnahme|Zustand - Verrückt nach Leben“ sind. Sie stehen im Mittelpunkt eines Tournee-Filmfestivals, das eine Arbeitsgemeinschaft gemeinnütziger Organisationen zusammen mit dem Kommunalen Kino eine Woche lang in Bad Schwartau präsentiert. Auf ungewöhnliche Filme, Diskussion und Rat sind eine Woche lang, vom 28. September bis zum 2. Oktober, junge Menschen und das interessierte Publikum aller Generationen in das Schwartauer Kino „Movie Star“ eingeladen.
Die Filmkunst hat schon viele berühmte Beispiele dafür geliefert, dass sie den Blick der Menschen auf das „Ver-rückte“ verändern kann. Für die Brücke Ostholstein, die seit 20 Jahren Menschen mit seelischen Erkrankungen bei der selbständigen Gestaltung ihres Lebens unterstützt, ist das Kinoprojekt eine Premiere: „Mit Geschichten vom Anderssein in die ganz normalen Kinos zu gehen ist ein spannender Versuch“, sagt Susanne Hogen, Leiterin der Brücke in Bad Schwartau. Zusammen mit der Lebenshilfe Ostholstein, der Stockelsdorfer und bad Schwartauer Gleichstellungsbeauftragten Birte Engels-Rettig und der Pastorin Anke Dittmann aus der Kirchengemeinde Ratekau war es leicht, die mit ungewöhnlichen Filmprojekten wohlvertrauten Betreiber des Kommunalen Kino Bad Schwartau, Jörn Krause und Annemarie Krause-Guntrum, als Partner zu gewinnen. Engagierte Unterstützung gibt es auch von Lars-Roman Paech, dem Betreiber des „Movie Star“, in dem die Filme gezeigt werden.
„Diese Geschichten und Dokumentationen sind keine leichte Kost, sie zeigen mutige Blicke auf Seelenzustände – für das jugendliche Publikum, aber eben auch für Eltern, Lehrer, Betreuer, die ebenfalls oft vor großen Fragezeichen stehen und vom Austausch profitieren können“, betont Susanne Voß von der Lebenshilfe Ostholstein. Zu jedem Film werde es ein Zusatzprogramm mit Experten geben, die Schulklassen und Interessierten als Ansprechpartner für Gespräche und Informationen zur Verfügung stehen.
Den Start macht am Montag, dem 28. September, um 10 Uhr - besonders geeignet für Schulklassen - die Dokumentation „Lebenszeichen“ zum Thema selbstverletzendes Verhalten (FSK 12). Die Gleichstellungsbeauftragte Birte Engels-Rettig und die Psychologin Regina Bruce-Boye begleiten die Vorführung fachlich. Am Dienstag, dem 29. September, geht es um 17 Uhr weiter mit „War Child“, einem Film über einen Londoner Rap-Musiker, der als Siebenjähriger im Sudan als Kindersoldat eingesetzt worden war und seine Erfahrungen in der Musik verarbeitete (FSK 12). Diese Filmvorführung wird betreut von der Pastorin Anke Dittmann.
Das Team der Brücke Ostholstein präsentiert am Mittwoch, dem 30. September, ab 19 Uhr die Schweizer Dokumentation „Recovery – Wie die Seele gesundet“ (FSK 6). Sie porträtiert Menschen, die nach einer seelischen Erkrankung den Weg zurück ins normale Leben suchen. Auf einen Kinoabend für die ganze Familie lädt die Lebenshilfe Ostholstein ein: Sie zeigt am Donnerstag, dem 1. Oktober, um 19 Uhr die Komödie „Übergeschnappt“. Wie eine Familie damit umgeht, dass die Mutter nicht mehr ganz normal ist, darf sehr wohl auch zum Lachen sein. Den Abschluss der Filmfestwoche bildet der deutsche Spielfilm „Nacht vor Augen“ (FSK 12), der die Geschichte eines nach einem Afghanistan-Einsatz traumatisierten Bundeswehrsoldaten erzählt. Begleitet wird der Film von Brücke-Mitarbeiterin und Sozialpädagogin Jutta Blosze sowie von der Traumatherapeutin Wendi Reinhard. Beginn: 19 Uhr.
Das „Movie Star“ Kino ist in Bad Schwartau im Eutiner Ring 14 zu finden. Alle Termine und mehr Informationen zu den Filmen auch auf www.bruecke-oh.de und www.ausnahmezustand-filmfest.de. Telefonische Gruppenanmeldungen bei Axel Freund unter Tel. 04521/798659.


Die Termine auf einen Blick:

Montag, 28. September, 10 Uhr: „Lebenszeichen“
Dienstag, 29. September, 17 Uhr: „War Child“
Mittwoch, 30. September, 19 Uhr: „Recovery“
Donnerstag, 1. Oktober, 19 Uhr: „Übergeschnappt“
Freitag, 2. Oktober, 19 Uhr: „Nacht vor Augen“
 

15.07.2009
„Verrückt nach Leben“ – und Beratung im Cinema Center Eutin

Eutin. Ganze Schulklassen oder kleine Runde, Experten aus der Jugendarbeit und interessiertes Publikum: Das Filmfestival „Ausnahme|Zustand - Verrückt nach Leben“, das die Brücke Ostholstein eine Woche lang im Eutiner Cinema Center präsentiert, ist gut besucht gestartet. Besonderen Erfolg hat das Angebot, im Anschluss an die Filme zusammen mit Experten über die Thematik zu sprechen und sich über die Aussagen der Dokumentationen und Spielfilme auszutauschen.
So begleiteten am Dienstag pädagogische Mitarbeiterinnen der Brücke Ostholstein sowie als Gast Dagmar Jahn vom Notruf Ostholstein die Vorführung des Filmes „Lebenszeichen“ zum Thema selbstverletzendes Verhalten bei jungen Mädchen und Frauen. „Wir hoffen, auch in Gesprächen und mit Informationen zur Aufklärung und zur Hilfestellung beizutragen“, sagte Ina-Elisabeth Kunzlmann von der Eutiner „FrauenWeGe“, in der Betroffene leben und therapeutisch begleitet werden.
Die Filmwoche wird abgerundet am heutigen Donnerstag mit „Recovery – Wie die Seele gesundet“, über Menschen, die nach einer seelischen Erkrankung den Weg zurück ins normale Leben suchen (FSK 6, 10 und 20 Uhr), Gesprächspartner sind von der Malenter Curtius-Klinik die Diplom-Psychologin Meike Schmidt und am Abend Chefarzt Kurt Langner. Den Abschluss bildet am morgigen Freitag, um 10 und 20 Uhr der deutsche Spielfilm „Nacht vor Augen“ (FSK 12), der die Geschichte eines nach einem Auslandseinsatz traumatisierten Bundeswehrsoldaten erzählt. Begleitet wird der Film von Dr. Martin Fischer vom evangelischen Militärpfarramt Plön.

25.06.2009
Brücke Ostholstein holt Filmfestival „Verrückt nach Leben“ nach Eutin

Eutin. Sehnsucht nach Liebe, Sinnsuche mit Grenzerfahrungen, schräge Erwachsene und die Konfrontation mit Krieg und Gewalt – stürmische Zeiten für Heranwachsende, die im „Ausnahme|Zustand - Verrückt nach Leben“ sind. Sie stehen im Mittelpunkt eines bundesweit tourenden Filmfestivals, das die Brücke Ostholstein eine Woche lang in Eutin präsentiert. Auf ungewöhnliche Filme, Diskussion und Rat sind vom 13. bis zum 17. Juli Schulklassen und das interessierte Publikum aller Generationen in das Cinema Center Eutin eingeladen.

Das Kreativ-Team der Brücke Ostholstein, die Menschen mit seelischen Erkrankungen bei der selbständigen Gestaltung ihres Lebens unterstützt, sieht schon lange in der Kunst eine Möglichkeit, den Blick auf das „Ver-rückte“ im Leben zu verändern. Ausstellungen, Musik, alles gehört dazu – aber ins Kino geht es zum ersten Mal. „Das Festival hat sich mit spannenden Filmen in den Städten einen Namen gemacht, und wir freuen uns, eine Auswahl unserer Favoriten direkt vor Ort präsentieren zu können“, so Koordinator Axel Freund. Brücke-Geschäftsführer Dirk Wäcken: „Das ist keine leichte Kost, diese Filme sind mutige Blicke auf Seelenzustände junger Menschen – für das jugendliche Publikum, aber eben auch für Eltern, Lehrer, Betreuer, die ebenfalls oft vor großen Fragezeichen stehen und vom Austausch profitieren.“
Rund um die Filmerlebnisse stehen Ansprechpartner für Gespräche zur Verfügung. Folgende Filme werden gezeigt: „Übergeschnappt“, eine Komödie über eine Familie, in der die Mutter etwas anders ist (FSK 6, Montag, 13. Juli, 20 Uhr, und Mittwoch, 15. Juli, 10 Uhr); „Lebenszeichen“, eine Dokumentation zum Thema selbstverletzendes Verhalten (FSK 12, Dienstag, 14. Juli, 10 Uhr, und Mittwoch, 15. Juli, 20 Uhr), begleitet von Mitarbeiterinnen der FrauenWeGe in Eutin; „War Child“ über einen Londoner Rap-Musiker, der als Siebenjähriger im Sudan als Kindersoldat eingesetzt worden war und seine Erfahrungen in der Musik verarbeitete (FSK 12, Dienstag, 14. Juli, 20 Uhr), begleitet wird der Abend von amnesty international, Gruppe Eutin.
Außerdem ist zu sehen „Recovery – Wie die Seele gesundet“, ein Schweizer Dokumentarfilm über Menschen, die nach einer seelischen Erkrankung den Weg zurück ins normale Leben suchen (FSK 6, Donnerstag, 16. Juli, 10 und 20 Uhr), Gesprächspartner sind von der Malenter Curtius-Klinik die Diplom-Psychologin Meike Schmidt und am Abend Chefarzt Kurt Langner. Den Abschluss bildet am Freitag, dem 17. Juli, um 10 und 20 Uhr der deutsche Spielfilm „Nacht vor Augen“ (FSK 12), der die Geschichte eines nach einem Auslandseinsatz traumatisierten Bundeswehrsoldaten erzählt. Begleitet wird der Film von Dr. Martin Fischer vom evangelischen Militärpfarramt Plön.
Das Cinema-Center ist in der Königstraße 1 in Eutin zu finden. Alle Termine und mehr Informationen zu den Filmen auch auf www.bruecke-oh.de und www.ausnahmezustand-filmfest.de. Telefonische Gruppenanmeldungen bei Axel Freund unter Tel. 04521/798659.
 

27.04.2009
Seelisch kranke Menschen: im „Druckwerk“ zurück ins Arbeitsleben

Eutin. Die Computer-Arbeitsplätze sind nicht zufällig im Kreis angeordnet. Viele Ideen werden gemeinsam geformt, kein Auftrag ist einsames Schaffen. Brainstorming für ein Broschüren-Layout, einander in der Technik helfen, zusammen dazulernen – all das ist wichtig im Eutiner Beschäftigungsprojekt „Druckwerk“ der Brücke Ostholstein. Für die ersten Schritte zurück ins Arbeitsleben, mit denen sich Menschen mit chronischen seelischen Erkrankungen ein gutes Stück ganz normalen Alltag wiedererobern. Seit zweieinhalb Jahren läuft das neuartige Integrationsangebot in der Eutiner Albert-Mahlstedt-Straße erfolgreich. Drei zusätzliche Plätze wurden geschaffen – und sind für Betreute frei.
Für Hans-Christian Wimmer war das Ende 2006 eröffnete Projekt ein echter Glücksfall. Der heute 48-Jährige hatte mit seiner Erkrankung leben und gut umgehen gelernt. Aber das richtige Maß Arbeit finden, ohne mit Überforderung Rückschritte zu riskieren – gar nicht so leicht. Im „Druckwerk“ konnte er zusammen mit den Betreuern die speziell für ihn passende Wochenstundenzahl und spannende Aufgaben finden. „Ist doch klar, auch ich definiere mich über meine Arbeit. Die gehört zum Leben einfach dazu“, sagt er. Dabei war er anfangs am Computer gar nicht so fit. „Aber ich konnte in Ruhe dazulernen. Und das Handwerkliche liegt mir besonders – das wird hier auch gebraucht.“ Der menschliche Zusammenhalt habe ihn sehr gestärkt. „Dieser Alltag, die Busfahrten zur Arbeit und zurück, das ist Lebensrhythmus.“
Drei zusätzliche betreute Arbeitsplätze sind nun Gelegenheit für weitere Interessierte, einen wichtigen Schritt zu wagen. „Wer mit chronischer seelischer Erkrankung die Eingliederungshilfe nutzen und zurück in die Beschäftigung will, findet hier einen idealen Start“, sagt Projektleiter Axel Freund nach guten Erfahrungen mit dem neuen Konzept. Das sei auch geeignet für Menschen, die mangels passender Angebote schon in die Berufsunfähigkeit geschickt wurden und zuvor kaum eine Perspektive für den so wichtigen Lebensbereich Arbeit hatten.
Stets vor Ort ist Brücke-Mitarbeiter Dominique Jepsen, der als Anleiter das Team betreut und den Arbeitsalltag mit Layout- und Druckaufträgen koordiniert. „Jeder Betreute hat seine eigenen Projekte, aber vieles macht doch im Team am meisten Spaß“, berichtet er. Über die Arbeit etwa an Broschüren und Postern hinaus gehören Förderangebote vom Training in sozialer Kompetenz bis hin zum ausgleichenden Fitnessprogramm zum Wochenlauf.
Die 20-jährige Kathrin Meyer lächelt, wenn sie an ihre Entscheidung denkt, zum „Druckwerk“ zu gehen. Nach ihrem Realschulabschluss und Problemen mit der falschen Berufswahl war sie krank geworden. Alle beruflichen Träume schienen in weite Ferne gerückt. Aber als sie Ende vergangenen Jahres in das Eutiner Projekt kam, machte ihr die Arbeit dort nicht nur Spaß. Ihre Begeisterung für PC-Technik und kreative Spielereien offenbarte sich im Beschäftigungsprojekt als echtes Talent – nicht wenige ihrer ganz eigenen Druckwerke erregten schon einiges Aufsehen. „Erstmal ist ein stabiler Arbeitsalltag die Hauptsache. Wenn es dann weiter gut läuft, könnte ich den Beruf Mediendesignerin im Berufsbildungswerk ins Auge fassen“, freut sich die junge Bad Schwartauerin.
Weitere Informationen über Praktika und Plätze im Beschäftigungsprojekt „Druckwerk“ gibt es unter Telefon 04521/790875 oder auf www.bruecke-oh.de.

20.04.2009
Kicker der Brücke in Oldenburg richten großes Fußballturnier aus

Oldenburg. Es war ein unerwarteter und fröhlich gefeierter Turniersieg, den die Fußballer des Oldenburger Wohnheims im vergangenen Jahr in Plön errungen hatten. Als Titelträger sind sie nun an der Reihe, den „2. Brücke Schleswig-Holstein Cup“ auszurichten. Am Sonnabend, dem 25. April, wollen die Kicker der Brücke Ostholstein in der Oldenburger Großsporthalle sieben weiteren Mannschaften aus dem nördlichsten Bundesland ein tolles Turnier bieten. Und natürlich am liebsten den Pott verteidigen: „Wir laden alle Fußballbegeisterten zum Zuschauen und Anfeuern ein“, so Trainer Marcus Heinrich.
Im Wohnheim der Brücke Ostholstein, in dem Menschen mit seelischen Erkrankungen leben, begann der Siegeszug von König Fußball vor gut vier Jahren. Eine Sportgruppe gab es immer schon. Aber welches Fitnessgerät kann auf Dauer mithalten, wenn ein paar Männer und ein Ball aufeinandertreffen? „Wir machten eine eigene Fußballgruppe auf, auch wenn wir am Anfang nur mit drei Leuten dastanden“, erinnert sich Ergotherapeut Marcus Heinrich, der selbst von jeher der Sportart Nr. 1 verfallen ist. Zusammen mit Sozialarbeiter Thomas Witt betreute er die Trainingsstunden in kleiner Halle – und das Virus griff um sich, die Gruppe wurde größer.
Die Weltmeisterschaft 2006 steckte schließlich noch mehr Wohnheim-Bewohner an. Einer von Ihnen, bislang vor allem für sein theoretisches Fachwissen berühmt, startete seine Karriere als Torwart. Und kaum war Mannschaftsstärke erreicht, gab es Freundschaftsspiele gegen andere Teams der Region. „Natürlich steht der Spaß im Vordergrund. Aber Training und Können nehmen zu und die Jungs wollen den Ball ordentlich rollen lassen und am liebsten siegen.“ Erste kleine Turniere lehrten allerdings auch, mit Niederlagen klarzukommen. Die Oldenburger bissen sich durch – und erlebten schließlich ihren bislang größten Triumph beim Brücke Schleswig-Holstein Cup.
Die Neuauflage des Turniers erwartet sieben Gastmannschaften aus anderen sozialpsychiatrischen Einrichtungen des Landes. Ab 9.30 Uhr werden in der Oldenburger Großsporthalle am Schauenburger Platz Vor- und Zwischenrunden und schließlich ab 13 Uhr das große Finale ausgetragen. Weitere Informationen bei Marcus Heinrich und Thomas Witt, Telefon 04361/4182. www.bruecke-oh.de
 

13.04.2009
Schilderwechsel bei der Brücke Ostholstein

Sozialpsychiatrische Ambulante Hilfen steht seit kurzem in blauen Buchstaben auf dem neuen Schild neben der Tür der Einrichtung der Brücke Ostholstein in der Hauptstraße 50 in Bad Schwartau. „Früher hieß unser Angebot „Betreutes Wohnen“, erläutert Susanne Hogen, Sozialpädagogin und seit 9 Jahren tätig in der Einrichtung in Bad Schwartau. „Der neue Name für die alte Arbeit wurde deshalb notwendig, weil wir immer wieder Anfragen von älteren Menschen erhielten, die mit dem Begriff „Betreutes Wohnen“ eine Wohnform für ältere Menschen assoziierten. Unser Angebot richtet sich an Menschen mit psychischen Erkrankungen, die alleine oder mit Familie in einer eigenen Wohnung leben. Die „Sozialpsychiatrischen Ambulanten Hilfen“ bieten Unterstützung bei der Bewältigung der Schwierigkeiten, die aufgrund der psychischen Erkrankung entstehen können. Dazu gehören z. B. Hilfen bei der Krankheitsverarbeitung, Unterstützung im Umgang mit Ämtern und Behörden und Aufbau einer sinnvollen Tages – und Wochenstruktur. Neben regelmäßigen Einzelgesprächen bieten wir verschiedene Gruppen an, um Möglichkeiten für Kontakte zu bieten und sozialem Rückzug entgegenzuwirken. Dazu gehören unter anderem eine wöchentliche Kochgruppe, eine Kreativgruppe und eine Bewegungsgruppe. In größeren Abständen bieten wir außerdem eine Gruppe zum Training sozialer Kompetenzen an.“
Der offene Treffpunkt ist oft die erste, manchmal auch die wichtigste Anlaufstelle für Menschen, die durch eine psychische Erkrankung ihren Alltag nicht mehr selbständig bewältigen können. So wie für die 47-jährige Sonja K. (Name geändert), die 2007 zum ersten Mal den Weg in die freundlichen und hellen Räume fand. „Ich war nach schweren Depressionen und zwei Versuchen, mir das Leben zu nehmen, vollkommen am Ende“, schildert sie. Ihre Arbeit musste sie kündigen, weil sie den Anforderungen nicht mehr gewachsen war, die Ehe ging in die Brüche. Was blieb waren Schuldgefühle. „Aber ich hatte während meines letzten Klinikaufenthaltes eines gelernt: Meine Erkrankung zu akzeptieren. Und mich nicht zu scheuen, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.“
Sonja K. ging zum offenen Treffpunkt, der an jedem Montag um 15.30 Uhr stattfindet. „Das ist eine gute Möglichkeit, langsam ein Gefühl für die Räume und die Menschen zu bekommen“, erläutert Bernhard Rosemeier vom Team der Brücke. Sonja K. traf dort andere Menschen, die mit ähnlich belastenden Lebenssituationen fertig werden mussten und mit denen sie sich austauschen konnte. Und sie lernte die Betreuer kennen. Zweimal pro Woche bekommt sie nun in ihrer Wohnung Besuch von Jutta Blosze. Die Sozialpädagogin hilft ihr dabei, nach dem inneren Chaos wieder einen Rhythmus, eine Struktur ins Leben zu bringen. „Wir beackern gemeinsam ein weites Feld“, beschreibt sie ihre Arbeit. „Da geht es um ganz lebenspraktische Fragen der Haushaltsführung und um Unterstützung bei Behördengängen. Aber auch darum, mit der Erkrankung leben zu lernen, Symptome rechtzeitig wahrzunehmen, die Freizeit sinnvoll zu gestalten und letztlich darum, wieder Lebensfreude und neuen Lebensmut zu finden.“
Den hat Sonja K. zum Glück wieder gefunden. Helfen tut ihr dabei auch, dass sie sich ihre belastenden Erfahrungen von der Seele schreibt: „Ich schreibe mein Leben jetzt auf. Ich kann meine Geschichte erzählen. Wir sitzen alle in einem Boot. Wir versuchen uns gegenseitig zu helfen. Ich muss mich hier für meine Krankheit nicht rechtfertigen.“
Das Team der Sozialpsychiatrischen Ambulanten Hilfen ist unter der Telefonnummer 04 51 / 2 90 22 68 zu erreichen.

21.11.2008
Die Brücke Ostholstein eröffnet Second-Hand-Buchladen am Neustädter Hafen

Neustadt. Direkt am Hafen, in der Schiffbrücke 3, eröffnet am Freitag, den 28. November, um 11 Uhr ein neuer „Bücherwurm“. Der Second-Hand-Buchladen versteht sich als Beschäftigungsprojekt für Menschen mit seelischer Erkrankung und ist die nunmehr vierte Dependenz der Brücke Ostholstein in Neustadt.
In den großzügigen Räumen am Hafen werden seit Wochen Bücher vorsortiert und in Regale geräumt. Schon vor der Eröffnung zeigten sich die Neustädter großzügig und spendeten Bücher kistenweise. Diese zu sichten und zu sortieren, zu katalogisieren und mit Preisen zu versehen, ist dann die Aufgabe vom Team des Bücherwurms. „Wir freuen uns schon auf die Eröffnung und auf den Kontakt mit den Kunden,“ meint Katrin Rissmann, eine der Initiatorinnen des Projekts. Auch für Dirk Wäcken, Geschäftsführer der Brücke, ist das Beschäftigungsprojekt für seelisch kranke Menschen ein weiteres Zeichen gelungener gesellschaftlicher Integration.
Die gemütlichen Räume laden geradezu ein zum Stöbern, man kann sich zum Lesen an einen Tisch setzen oder einen netten Plausch mit den Mitarbeitern halten. Mit Muße und etwas Glück lässt sich im Bücherwurm sicher das ein oder andere Lieblingsbuch finden, die Preise sind für das kleine Portemonnaie gedacht. Neben Romanen, Krimis und Thrillern gibt es auch Kinder- und Jugendbücher, Gesellschaftsspiele und Videos, Politik und Zeitgeschehen, englische Literatur und diverse Ratgeber für unterschiedlichste Lebensfragen.
Das Team vom Bücherwurm ist telefonisch erreichbar unter 04561 – 528 1663 oder per Mail buecherwurm-neustadt@bruecke-oh.de. Geöffnet ist das Projekt am Montag bis Freitag von 10 bis 12 Uhr und von 13 bis 16 Uhr, mittwochnachmittags ist geschlossen.

29.10.2008
Die Brücke Ostholstein eröffnet in Heiligenhafen ein zweites second-hand Ladengeschäft „Bücherwurm“

Am 1.11. 2008 um 11.00 Uhr öffnet der „Bücherwurm“ im Thulboden 9 für alle kleinen und großen „Leseratten“ in Heiligenhafen seine Pforten. In dem gemütlich eingerichteten Ladengeschäft warten gut erhaltene Bücher zum kleinen Preis auf Kunden und Leser. Mitarbeiter und Betreute der Brücke Ostholstein haben in den letzten Wochen fleißig gearbeitet, um den 40 Quadratmeter großen Laden einzurichten und die 40 laufenden Regalmeter mit gebrauchten Büchern zu füllen. „Damit verwirklichen wir eine Idee, die wir schon länger mit uns herumgetragen haben“, erläutert Anja Bargholz, eine der Initiatoren des Projektes. „Wir brauchen einen geschützten Raum, in dem Menschen, die an einer seelischen Erkrankung leiden, stundenweise arbeiten können. Wir schauen dann gemeinsam, was schon gut gelingt und wo die Grenzen der Belastbarkeit liegen.“ Die Arbeiten sind sehr vielfältig. Bevor ein gebrauchtes Buch in den Händen eines neuen Lesers liegt, ist es durch viele andere Hände gewandert. Die  Bücher müssen von den Spendern entgegen genommen werden, sie werden auf ihren Zustand überprüft und „verzettelt“, wie das handschriftliche Erfassen der Buchdaten auf einem Laufzettel genannt wird. Dann wird es einsortiert. „Der gesamte Bestand wird von unseren Mitarbeitern aber auch in einer Datenbank  erfasst und verwaltet“, ergänzt Dörte Schoblinski.
Die 5 Teilzeitarbeitsplätze für seelisch erkrankte Menschen, die dort entstehen, sind auch ein Zeichen gelungener gesellschaftlicher Integration. „Das ist seit 20 Jahren eines der Hauptziele der Brücke Ostholstein und ihrer hauptberuflichen und ehrenamtlichen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen“, sagt Geschäftsführer Dirk Wäcken. „Arbeitsmöglichkeiten für Menschen mit Handicap sind Ausdruck von Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und ein Zeichen von Wertschätzung“.
Die Mitarbeiter im „Bücherwurm“ warten nun gespannt auf die ersten Kunden, hoffen auf weitere Bücherspenden und freuen sich auf möglichst viele Gäste zur Eröffnung.
Das Team vom Bücherwurm wird an 6 Tagen in der Woche jeweils von 10.00 - 12.30 Uhr und von 14.00 – 17.00 Uhr für ihre Kunden da sein. Am Montagvormittag und am Mittwochnachmittag bleibt der Laden geschlossen.

21.06.2008
Der Bücherwurm wird flügge - 6 Jahre Secondhand-Buchladen in Eutin

Inzwischen ist er aus dem Stadtbild nicht mehr wegzudenken, der „Bücherwurm“ der Brücke Ostholstein in der Albert-Mahlstedt-Straße 39.  Grund genug für die Initiatorinnen und das Team des Secondhand-Buchladens, das 6-jährige Jubiläum am kommenden Wochenende gebührend zu feiern: Den Anfang macht eine amüsante plattdeutsche Lesung des Autors Swen Moritzen aus seinem Buch „De eensame Hude“. Den Freunden des Plattdeutschen ist der Autor sicher schon ein Begriff, aber auch andere Fantasiebegeisterte sind eingeladen, „ de Aventüer vun Woudlöper Nourka“ mit zu erleben. Am Samstag gibt es dann das besondere Jubiläumsangebot für Leseratten, gleich kiloweise Bücher kaufen zu können. Die Kinder werden in ein Malangebot eingebunden, dazu gibt es Würstchen, Kaffee und selbstgemachten Kuchen.
Die Idee für einen Secondhand-Buchladen, der von Menschen mit seelischen Erkrankungen betrieben wird, hatte Angela Weinke. Die Brücke-Mitarbeiterin und Hauptinitiatorin des Projekts wollte das Beschäftigungsangebot der bestehenden Einrichtungen um einen geschützten Arbeitsbereich erweitern, der zugleich sehr arbeitsmarktnah war. Nach einem Jahr Vorlaufzeit konnte sie im Mai 2002 mit ihren Kolleginnen Meike Heeckt und Birte Klärmann den Bücherwurm zunächst in der Begegnungsstätte der Brücke in der Bahnhofstraße eröffnen. Dann ging alles sehr schnell: „Wir haben das Projekt angeschoben und konnten uns schon nach kurzer Zeit wieder herausziehen,“ erzählt Angela Weinke. Die Eutiner spendeten Bücher und es wurden Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen gefunden, die die Spenden in Empfang nehmen und am Computer verwalten. Die Beschäftigten können sich die Arbeitszeit, je nach psychischer Belastbarkeit, nach eigenem Ermessen einteilen und es macht ihnen einfach Spaß, die Kunden in angenehmer Atmosphäre zu beraten. Das Konzept wurde in Eutin und Umgebung so gut angenommen, dass der Laden vor zwei Jahren ein neues Domizil in den Räumen in der Albert-Mahlstedt-Straße erhielt, nur wenige Gehminuten von der Innenstadt entfernt. Heute finden sich dort rund 6000 Bücher, Spiele, Schallplatten und CDs.
Am Wochenende sind Freunde und Freundinnen der Bücherwurms und andere Neugierige herzlich eingeladen, das 6-jährige Jubiläum dieses außergewöhnlichen Projekts in und vor dem Laden mit dem Team zu feiern. Die plattdeutsche Lesung beginnt am Freitag, den 27 Juni um 20 Uhr, Samstag wird weitergefeiert von 10 bis 14 Uhr.