Die bei einem
Internetdienstleister in Rendsburg aufgetretene Datenschutzpanne im
Zusammenhang mit psychiatrischen Behandlungsangaben stellt einen GAU für die
betroffenen Menschen dar.
Der Second-Hand-Buchladen "Bücherwurm" hat nun endlich wieder seine Türen
geöffnet: Etwa 50 Besucher kamen, um das Team zu beglückwünschen und das
neue Domizil am Markt 9 zu besichtigen. Der Buchladen besteht in
Heiligenhafen bereits seit 2008 und ist eines von drei Arbeitsprojekten der
Brücke Ostholstein; weitere "Bücherwürmer" gibt es in Neustadt und Eutin.
Die Einrichtungen geben seelisch kranken Menschen die Möglichkeit, ihre
Arbeitsfähigkeit in verschiedenen Bereichen zu erproben, ohne all zu großem
Leistungsdruck ausgesetzt zu sein.
In Heiligenhafen zeigte sich jedoch, dass die Räumlichkeiten für das immer
größer werdende Bücherwurm-Team schnell zu klein wurden und verschiedene
Arbeitsbereiche in andere Brücke-Einrichtungen ausgelagert werden mussten.
Nach längerer Suche konnte nun das neue Domizil am Markt bezogen werden,
auch zur Freude von Dirk Wäcken, Geschäftsführer der Brücke, der seinen
Mitarbeitern zur gelungenen Wiedereröffnung gratulierte und auch weiterhin
viel Erfolg wünschte.
Unser besonderer Dank gilt den Klienten, die tatkräftig mitgeholfen und das
alles erst möglich gemacht haben", freute sich Anja Bargholz, die zusammen
mit Anna-Sophie Meier den Heiligenhafener Bücherwurm betreut. Zurzeit
arbeiten zwölf Klienten ganz- oder teilweise in dem Beschäftigungsprojekt,
einige von ihnen sind von Anfang an mit dabei. Zum Alltag im Bücherwurm
gehören neben der Tätigkeit im Buchladen auch Gruppenaktivitäten wie
gemeinschaftliches Kochen, Ausflüge und sogar Ferienfreizeiten. Dies fördert
neben dem Arbeitsalltag die soziale Kompetenz und psychische Stabilität,
meint Anja Bargholz und erzählt, dass viele der Betroffenen früher häufiger
klinisch betreut werden mussten, seit ihrer Tätigkeit im Bücherwurm jedoch
fast gar nicht mehr.
Die Öffnungszeiten in den neuen Räumen haben sich geändert: Der "Bücherwurm"ist geöffnet am Montag von 10 bis 12 Uhr und von 13 bis 16 Uhr,
dienstags und donnerstags von 10 bis 16 Uhr, mittwochs von 11 bis 16 Uhr und
freitags von 10 bis 13 Uhr. Telefonisch ist das Team erreichbar unter
04362-508806.
Ab sofort können sich interessierte Frauen und
öffentliche Kostenträger von der Arbeit der Wohngruppen FrauenWeGe in Eutin
einen vertieften Einblick verschaffen. Mit einem Youtube-Video geben die
Sozialtherapeutinnen Ina-Elisabeth Kunzlmann und Sandra Schulze Auskunft
über ihre Arbeit mit den Frauen und das Leben in der Einrichtung.
Dieses Angebot senkt die Hemmschwelle, als Frau mit der Diagnose
‚Persönlichkeitsstörung’ Hilfe in Anspruch zu nehmen. Unverbindlich und
anonym können Frauen sich informieren, ob ein Betreuungsplatz für sie in
Frage kommt, und die Einrichtung von Innen kennen lernen. „Wir versuchen den
Frauen zu vermitteln, dass es hier um gegenseitige Wertschätzung geht. Jede
Frau hat ein Recht, mit all dem, was sie mitbringt auch hier erst einmal
anzukommen.“, erklärt Therapeutin Kunzlmann in dem Film. Zu Wort kommt auch
eine ehemalige Bewohnerin der Einrichtung, die dem Therapieansatz eine
positive Wirkung auf ihr Leben bescheinigt: „Ich habe erst hier gelernt, was
Leben heißt. Vorher bestand mein Leben daraus, es zu beenden.“
Durch die Spezialisierung der Einrichtung auf
Bewohnerinnen mit Borderline-Verhalten, insbesondere Essstörungen und
selbstverletzendem Verhalten, sind die Wohngruppen überregional für öffentliche Kostenträger und Kliniken
interessant, die auf der Suche nach post-stationären Betreuungsmöglichkeiten
für ihre Patientinnen sind. Die Wohngruppen FrauenWeGe bieten an zwei
Standorten insgesamt 12 teilstationäre Plätze, in denen Frauen nach dem
dialektisch-behavioralem Therapiekonzept betreut werden. Für den weiteren
Therapieverlauf bietet der Träger darüber hinaus drei Trainingsapartments,
in denen die Frauen bei Bedarf zurück in ein selbstständiges Leben begleitet
werden.
Die gemeinnützige GmbH Brücke Ostholstein ist seit 1998
Träger der Einrichtung. Neben den Wohngruppen werden auch Tages- und
Begegnungsstätten, ein Wohnheim, betreutes Wohnen, ein psychosozialer Dienst
und sozialpsychiatrische Hauskrankenpflege angeboten.
Neustadt. Eine psychische Erkrankung verändert das Leben, betrifft Menschen auf ganz
verschiedene Weise und stellt viele Betroffene vor einen Berg von Fragen –
und doch ist das offene Gespräch darüber selten. Die Brücke Ostholstein
bietet traditionell einmal wöchentlich einen Treffpunkt an für Menschen, die
sich mit anderen austauschen wollen und Anregungen für ihre Lebensgestaltung
suchen. Die Begegnungsstätte in der Neustädter Bahnhofstraße 4 ist stets
mittwochs von 14 bis 16 Uhr für alle Interessierten offen.
Typisch Brücke: Seit die gemeinnützige Organisation für Menschen mit seelischen
Erkrankungen vor über 20 Jahren in Ostholstein die Arbeit aufnahm, gibt es
auch die kostenlosen Begegnungsstätten. „Neue Leute kennenlernen, fachlichen
Rat bekommen oder einfach eine nette Zeit verbringen – wer den Wunsch hat,
sich der Gruppe anzuschließen, kann das tun, ohne Bürokratie, ohne Anträge,
einfach vorbeischauen“, erklärt Regionalleiter Gerd Holländer das
Grundprinzip des Ur-Angebotes der Brücke. „Es haben schon viele Menschen auf
diese Weise neue Kontakte und auch die für sie richtigen Hilfen gefunden.
Herauszukommen aus den vier Wänden, nicht allein sein mit seinen Sorgen –
ein guter Anfang.“
In den Räumen der Neustädter Tagesstätte gestaltet Brücke-Mitarbeiter Robert
Villwock zusammen mit ehrenamtlichen Helfern das Angebot der
Begegnungsstätte. Er setzt dabei nicht auf starres Programm, sondern auf die
Stimmung des Tages. Mal stehen Gespräche im Mittelpunkt, mal sind es
Gesellschaftsspiele, Malen oder Basteln. „Auch mit einer Erkrankung gehört
man noch dazu und stehen einem Wege offen. Es klingt vielleicht simpel, aber
ein gemeinsamer Nachmittag mit netten Leuten kann diese Zuversicht stärken.“
Wie viele Menschen sich auf diese Weise schon Hilfe holten, ist nicht
gezählt. Robert Villwock: „Für uns ist nur entscheidend, dass sie es tun.
Sie hören von der Begegnungsstätte und fassen sich irgendwann ein Herz, das
ist das, was zählt. Oft können sich die Besucher später mit weiteren
Angeboten viel Hilfe organisieren, von der sie vorher gar nichts wussten,
und ihre Lebensqualität wirklich verbessern. All das steckt in diesem
Reinschauen.“
Bad Schwartau. Sehnsucht nach Liebe, Sinnsuche mit Grenzerfahrungen,
schräge Erwachsene und die Konfrontation mit Krieg und Gewalt –
stürmische Zeiten für Heranwachsende, die im „Ausnahme|Zustand -
Verrückt nach Leben“ sind. Sie stehen im Mittelpunkt eines
Tournee-Filmfestivals, das eine Arbeitsgemeinschaft gemeinnütziger
Organisationen zusammen mit dem Kommunalen Kino eine Woche lang in Bad
Schwartau präsentiert. Auf ungewöhnliche Filme, Diskussion und Rat sind
eine Woche lang, vom 28. September bis zum 2. Oktober, junge Menschen
und das interessierte Publikum aller Generationen in das Schwartauer
Kino „Movie Star“ eingeladen.
Die Filmkunst hat schon viele berühmte Beispiele dafür geliefert, dass
sie den Blick der Menschen auf das „Ver-rückte“ verändern kann. Für die
Brücke Ostholstein, die seit 20 Jahren Menschen mit seelischen
Erkrankungen bei der selbständigen Gestaltung ihres Lebens unterstützt,
ist das Kinoprojekt eine Premiere: „Mit Geschichten vom Anderssein in
die ganz normalen Kinos zu gehen ist ein spannender Versuch“, sagt
Susanne Hogen, Leiterin der Brücke in Bad Schwartau. Zusammen mit der
Lebenshilfe Ostholstein, der Stockelsdorfer und bad Schwartauer
Gleichstellungsbeauftragten Birte Engels-Rettig und der Pastorin Anke
Dittmann aus der Kirchengemeinde Ratekau war es leicht, die mit
ungewöhnlichen Filmprojekten wohlvertrauten Betreiber des Kommunalen
Kino Bad Schwartau, Jörn Krause und Annemarie Krause-Guntrum, als
Partner zu gewinnen. Engagierte Unterstützung gibt es auch von
Lars-Roman Paech, dem Betreiber des „Movie Star“, in dem die Filme
gezeigt werden.
„Diese Geschichten und Dokumentationen sind keine leichte Kost, sie
zeigen mutige Blicke auf Seelenzustände – für das jugendliche Publikum,
aber eben auch für Eltern, Lehrer, Betreuer, die ebenfalls oft vor
großen Fragezeichen stehen und vom Austausch profitieren können“, betont
Susanne Voß von der Lebenshilfe Ostholstein. Zu jedem Film werde es ein
Zusatzprogramm mit Experten geben, die Schulklassen und Interessierten
als Ansprechpartner für Gespräche und Informationen zur Verfügung
stehen.
Den Start macht am Montag, dem 28. September, um 10 Uhr - besonders
geeignet für Schulklassen - die Dokumentation „Lebenszeichen“ zum Thema
selbstverletzendes Verhalten (FSK 12). Die Gleichstellungsbeauftragte
Birte Engels-Rettig und die Psychologin Regina Bruce-Boye begleiten die
Vorführung fachlich. Am Dienstag, dem 29. September, geht es um 17 Uhr
weiter mit „War Child“, einem Film über einen Londoner Rap-Musiker, der
als Siebenjähriger im Sudan als Kindersoldat eingesetzt worden war und
seine Erfahrungen in der Musik verarbeitete (FSK 12). Diese
Filmvorführung wird betreut von der Pastorin Anke Dittmann.
Das Team der Brücke Ostholstein präsentiert am Mittwoch, dem 30.
September, ab 19 Uhr die Schweizer Dokumentation „Recovery – Wie die
Seele gesundet“ (FSK 6). Sie porträtiert Menschen, die nach einer
seelischen Erkrankung den Weg zurück ins normale Leben suchen. Auf einen
Kinoabend für die ganze Familie lädt die Lebenshilfe Ostholstein ein:
Sie zeigt am Donnerstag, dem 1. Oktober, um 19 Uhr die Komödie
„Übergeschnappt“. Wie eine Familie damit umgeht, dass die Mutter nicht
mehr ganz normal ist, darf sehr wohl auch zum Lachen sein. Den Abschluss
der Filmfestwoche bildet der deutsche Spielfilm „Nacht vor Augen“ (FSK
12), der die Geschichte eines nach einem Afghanistan-Einsatz
traumatisierten Bundeswehrsoldaten erzählt. Begleitet wird der Film von
Brücke-Mitarbeiterin und Sozialpädagogin Jutta Blosze sowie von der
Traumatherapeutin Wendi Reinhard. Beginn: 19 Uhr.
Das „Movie Star“ Kino ist in Bad Schwartau im Eutiner Ring 14 zu finden.
Alle Termine und mehr Informationen zu den Filmen auch auf
www.bruecke-oh.de und www.ausnahmezustand-filmfest.de. Telefonische
Gruppenanmeldungen bei Axel Freund unter Tel. 04521/798659.
Die Termine auf einen Blick:
Montag, 28. September, 10 Uhr: „Lebenszeichen“
Dienstag, 29. September, 17 Uhr: „War Child“
Mittwoch, 30. September, 19 Uhr: „Recovery“
Donnerstag, 1. Oktober, 19 Uhr: „Übergeschnappt“
Freitag, 2. Oktober, 19 Uhr: „Nacht vor Augen“
Eutin. Ganze Schulklassen oder kleine Runde, Experten aus der
Jugendarbeit und interessiertes Publikum: Das Filmfestival
„Ausnahme|Zustand - Verrückt nach Leben“, das die Brücke Ostholstein
eine Woche lang im Eutiner Cinema Center präsentiert, ist gut besucht
gestartet. Besonderen Erfolg hat das Angebot, im Anschluss an die Filme
zusammen mit Experten über die Thematik zu sprechen und sich über die
Aussagen der Dokumentationen und Spielfilme auszutauschen.
So begleiteten am Dienstag pädagogische Mitarbeiterinnen der Brücke
Ostholstein sowie als Gast Dagmar Jahn vom Notruf Ostholstein die
Vorführung des Filmes „Lebenszeichen“ zum Thema selbstverletzendes
Verhalten bei jungen Mädchen und Frauen. „Wir hoffen, auch in Gesprächen
und mit Informationen zur Aufklärung und zur Hilfestellung beizutragen“,
sagte Ina-Elisabeth Kunzlmann von der Eutiner „FrauenWeGe“, in der
Betroffene leben und therapeutisch begleitet werden.
Die Filmwoche wird abgerundet am heutigen Donnerstag mit „Recovery – Wie
die Seele gesundet“, über Menschen, die nach einer seelischen Erkrankung
den Weg zurück ins normale Leben suchen (FSK 6, 10 und 20 Uhr),
Gesprächspartner sind von der Malenter Curtius-Klinik die
Diplom-Psychologin Meike Schmidt und am Abend Chefarzt Kurt Langner. Den
Abschluss bildet am morgigen Freitag, um 10 und 20 Uhr der deutsche
Spielfilm „Nacht vor Augen“ (FSK 12), der die Geschichte eines nach
einem Auslandseinsatz traumatisierten Bundeswehrsoldaten erzählt.
Begleitet wird der Film von Dr. Martin Fischer vom evangelischen
Militärpfarramt Plön.
Eutin. Sehnsucht nach Liebe, Sinnsuche mit Grenzerfahrungen, schräge
Erwachsene und die Konfrontation mit Krieg und Gewalt – stürmische
Zeiten für Heranwachsende, die im „Ausnahme|Zustand - Verrückt nach
Leben“ sind. Sie stehen im Mittelpunkt eines bundesweit tourenden
Filmfestivals, das die Brücke Ostholstein eine Woche lang in Eutin
präsentiert. Auf ungewöhnliche Filme, Diskussion und Rat sind vom 13.
bis zum 17. Juli Schulklassen und das interessierte Publikum aller
Generationen in das Cinema Center Eutin eingeladen.
Das Kreativ-Team der Brücke Ostholstein, die Menschen mit seelischen
Erkrankungen bei der selbständigen Gestaltung ihres Lebens unterstützt,
sieht schon lange in der Kunst eine Möglichkeit, den Blick auf das
„Ver-rückte“ im Leben zu verändern. Ausstellungen, Musik, alles gehört
dazu – aber ins Kino geht es zum ersten Mal. „Das Festival hat sich mit
spannenden Filmen in den Städten einen Namen gemacht, und wir freuen
uns, eine Auswahl unserer Favoriten direkt vor Ort präsentieren zu
können“, so Koordinator Axel Freund. Brücke-Geschäftsführer Dirk Wäcken:
„Das ist keine leichte Kost, diese Filme sind mutige Blicke auf
Seelenzustände junger Menschen – für das jugendliche Publikum, aber eben
auch für Eltern, Lehrer, Betreuer, die ebenfalls oft vor großen
Fragezeichen stehen und vom Austausch profitieren.“
Rund um die Filmerlebnisse stehen Ansprechpartner für Gespräche zur
Verfügung. Folgende Filme werden gezeigt: „Übergeschnappt“, eine Komödie
über eine Familie, in der die Mutter etwas anders ist (FSK 6, Montag,
13. Juli, 20 Uhr, und Mittwoch, 15. Juli, 10 Uhr); „Lebenszeichen“, eine
Dokumentation zum Thema selbstverletzendes Verhalten (FSK 12, Dienstag,
14. Juli, 10 Uhr, und Mittwoch, 15. Juli, 20 Uhr), begleitet von
Mitarbeiterinnen der FrauenWeGe in Eutin; „War Child“ über einen
Londoner Rap-Musiker, der als Siebenjähriger im Sudan als Kindersoldat
eingesetzt worden war und seine Erfahrungen in der Musik verarbeitete
(FSK 12, Dienstag, 14. Juli, 20 Uhr), begleitet wird der Abend von
amnesty international, Gruppe Eutin.
Außerdem ist zu sehen „Recovery – Wie die Seele gesundet“, ein Schweizer
Dokumentarfilm über Menschen, die nach einer seelischen Erkrankung den
Weg zurück ins normale Leben suchen (FSK 6, Donnerstag, 16. Juli, 10 und
20 Uhr), Gesprächspartner sind von der Malenter Curtius-Klinik die
Diplom-Psychologin Meike Schmidt und am Abend Chefarzt Kurt Langner. Den
Abschluss bildet am Freitag, dem 17. Juli, um 10 und 20 Uhr der deutsche
Spielfilm „Nacht vor Augen“ (FSK 12), der die Geschichte eines nach
einem Auslandseinsatz traumatisierten Bundeswehrsoldaten erzählt.
Begleitet wird der Film von Dr. Martin Fischer vom evangelischen
Militärpfarramt Plön.
Das Cinema-Center ist in der Königstraße 1 in Eutin zu finden. Alle
Termine und mehr Informationen zu den Filmen auch auf www.bruecke-oh.de
und www.ausnahmezustand-filmfest.de. Telefonische Gruppenanmeldungen bei
Axel Freund unter Tel. 04521/798659.
Oldenburg. Es war ein unerwarteter und fröhlich gefeierter Turniersieg,
den die Fußballer des Oldenburger Wohnheims im vergangenen Jahr in Plön
errungen hatten. Als Titelträger sind sie nun an der Reihe, den „2.
Brücke Schleswig-Holstein Cup“ auszurichten. Am Sonnabend, dem 25.
April, wollen die Kicker der Brücke Ostholstein in der Oldenburger
Großsporthalle sieben weiteren Mannschaften aus dem nördlichsten
Bundesland ein tolles Turnier bieten. Und natürlich am liebsten den Pott
verteidigen: „Wir laden alle Fußballbegeisterten zum Zuschauen und
Anfeuern ein“, so Trainer Marcus Heinrich.
Im Wohnheim der Brücke Ostholstein, in dem Menschen mit seelischen
Erkrankungen leben, begann der Siegeszug von König Fußball vor gut vier
Jahren. Eine Sportgruppe gab es immer schon. Aber welches Fitnessgerät
kann auf Dauer mithalten, wenn ein paar Männer und ein Ball
aufeinandertreffen? „Wir machten eine eigene Fußballgruppe auf, auch
wenn wir am Anfang nur mit drei Leuten dastanden“, erinnert sich
Ergotherapeut Marcus Heinrich, der selbst von jeher der Sportart Nr. 1
verfallen ist. Zusammen mit Sozialarbeiter Thomas Witt betreute er die
Trainingsstunden in kleiner Halle – und das Virus griff um sich, die
Gruppe wurde größer.
Die Weltmeisterschaft 2006 steckte schließlich noch mehr
Wohnheim-Bewohner an. Einer von Ihnen, bislang vor allem für sein
theoretisches Fachwissen berühmt, startete seine Karriere als Torwart.
Und kaum war Mannschaftsstärke erreicht, gab es Freundschaftsspiele
gegen andere Teams der Region. „Natürlich steht der Spaß im Vordergrund.
Aber Training und Können nehmen zu und die Jungs wollen den Ball
ordentlich rollen lassen und am liebsten siegen.“ Erste kleine Turniere
lehrten allerdings auch, mit Niederlagen klarzukommen. Die Oldenburger
bissen sich durch – und erlebten schließlich ihren bislang größten
Triumph beim Brücke Schleswig-Holstein Cup.
Die Neuauflage des Turniers erwartet sieben Gastmannschaften aus anderen
sozialpsychiatrischen Einrichtungen des Landes. Ab 9.30 Uhr werden in
der Oldenburger Großsporthalle am Schauenburger Platz Vor- und
Zwischenrunden und schließlich ab 13 Uhr das große Finale ausgetragen.
Weitere Informationen bei Marcus Heinrich und Thomas Witt, Telefon
04361/4182. www.bruecke-oh.de
Sozialpsychiatrische Ambulante Hilfen steht seit kurzem in blauen
Buchstaben auf dem neuen Schild neben der Tür der Einrichtung der Brücke
Ostholstein in der Hauptstraße 50 in Bad Schwartau. „Früher hieß unser
Angebot „Betreutes Wohnen“, erläutert Susanne Hogen, Sozialpädagogin und
seit 9 Jahren tätig in der Einrichtung in Bad Schwartau. „Der neue Name
für die alte Arbeit wurde deshalb notwendig, weil wir immer wieder
Anfragen von älteren Menschen erhielten, die mit dem Begriff „Betreutes
Wohnen“ eine Wohnform für ältere Menschen assoziierten. Unser Angebot
richtet sich an Menschen mit psychischen Erkrankungen, die alleine oder
mit Familie in einer eigenen Wohnung leben. Die „Sozialpsychiatrischen
Ambulanten Hilfen“ bieten Unterstützung bei der Bewältigung der
Schwierigkeiten, die aufgrund der psychischen Erkrankung entstehen
können. Dazu gehören z. B. Hilfen bei der Krankheitsverarbeitung,
Unterstützung im Umgang mit Ämtern und Behörden und Aufbau einer
sinnvollen Tages – und Wochenstruktur. Neben regelmäßigen
Einzelgesprächen bieten wir verschiedene Gruppen an, um Möglichkeiten
für Kontakte zu bieten und sozialem Rückzug entgegenzuwirken. Dazu
gehören unter anderem eine wöchentliche Kochgruppe, eine Kreativgruppe
und eine Bewegungsgruppe. In größeren Abständen bieten wir außerdem eine
Gruppe zum Training sozialer Kompetenzen an.“
Der offene Treffpunkt ist oft die erste, manchmal auch die wichtigste
Anlaufstelle für Menschen, die durch eine psychische Erkrankung ihren
Alltag nicht mehr selbständig bewältigen können. So wie für die
47-jährige Sonja K. (Name geändert), die 2007 zum ersten Mal den Weg in
die freundlichen und hellen Räume fand. „Ich war nach schweren
Depressionen und zwei Versuchen, mir das Leben zu nehmen, vollkommen am
Ende“, schildert sie. Ihre Arbeit musste sie kündigen, weil sie den
Anforderungen nicht mehr gewachsen war, die Ehe ging in die Brüche. Was
blieb waren Schuldgefühle. „Aber ich hatte während meines letzten
Klinikaufenthaltes eines gelernt: Meine Erkrankung zu akzeptieren. Und
mich nicht zu scheuen, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.“
Sonja K. ging zum offenen Treffpunkt, der an jedem Montag um 15.30 Uhr
stattfindet. „Das ist eine gute Möglichkeit, langsam ein Gefühl für die
Räume und die Menschen zu bekommen“, erläutert Bernhard Rosemeier vom
Team der Brücke. Sonja K. traf dort andere Menschen, die mit ähnlich
belastenden Lebenssituationen fertig werden mussten und mit denen sie
sich austauschen konnte. Und sie lernte die Betreuer kennen. Zweimal pro
Woche bekommt sie nun in ihrer Wohnung Besuch von Jutta Blosze. Die
Sozialpädagogin hilft ihr dabei, nach dem inneren Chaos wieder einen
Rhythmus, eine Struktur ins Leben zu bringen. „Wir beackern gemeinsam
ein weites Feld“, beschreibt sie ihre Arbeit. „Da geht es um ganz
lebenspraktische Fragen der Haushaltsführung und um Unterstützung bei
Behördengängen. Aber auch darum, mit der Erkrankung leben zu lernen,
Symptome rechtzeitig wahrzunehmen, die Freizeit sinnvoll zu gestalten
und letztlich darum, wieder Lebensfreude und neuen Lebensmut zu finden.“
Den hat Sonja K. zum Glück wieder gefunden. Helfen tut ihr dabei auch,
dass sie sich ihre belastenden Erfahrungen von der Seele schreibt: „Ich
schreibe mein Leben jetzt auf. Ich kann meine Geschichte erzählen. Wir
sitzen alle in einem Boot. Wir versuchen uns gegenseitig zu helfen. Ich
muss mich hier für meine Krankheit nicht rechtfertigen.“
Das Team der Sozialpsychiatrischen Ambulanten Hilfen ist unter der
Telefonnummer 04 51 / 2 90 22 68 zu erreichen.
Neustadt. Direkt am Hafen, in der Schiffbrücke 3, eröffnet am Freitag,
den 28. November, um 11 Uhr ein neuer „Bücherwurm“. Der
Second-Hand-Buchladen versteht sich als Beschäftigungsprojekt für
Menschen mit seelischer Erkrankung und ist die nunmehr vierte Dependenz
der Brücke Ostholstein in Neustadt.
In den großzügigen Räumen am Hafen werden seit Wochen Bücher vorsortiert
und in Regale geräumt. Schon vor der Eröffnung zeigten sich die
Neustädter großzügig und spendeten Bücher kistenweise. Diese zu sichten
und zu sortieren, zu katalogisieren und mit Preisen zu versehen, ist
dann die Aufgabe vom Team des Bücherwurms. „Wir freuen uns schon auf die
Eröffnung und auf den Kontakt mit den Kunden,“ meint Katrin Rissmann,
eine der Initiatorinnen des Projekts. Auch für Dirk Wäcken,
Geschäftsführer der Brücke, ist das Beschäftigungsprojekt für seelisch
kranke Menschen ein weiteres Zeichen gelungener gesellschaftlicher
Integration.
Die gemütlichen Räume laden geradezu ein zum Stöbern, man kann sich zum
Lesen an einen Tisch setzen oder einen netten Plausch mit den
Mitarbeitern halten. Mit Muße und etwas Glück lässt sich im Bücherwurm
sicher das ein oder andere Lieblingsbuch finden, die Preise sind für das
kleine Portemonnaie gedacht. Neben Romanen, Krimis und Thrillern gibt es
auch Kinder- und Jugendbücher, Gesellschaftsspiele und Videos, Politik
und Zeitgeschehen, englische Literatur und diverse Ratgeber für
unterschiedlichste Lebensfragen.
Das Team vom Bücherwurm ist telefonisch erreichbar unter 04561 – 528
1663 oder per Mail buecherwurm-neustadt@bruecke-oh.de. Geöffnet ist das
Projekt am Montag bis Freitag von 10 bis 12 Uhr und von 13 bis 16 Uhr,
mittwochnachmittags ist geschlossen.
Am 1.11. 2008 um 11.00 Uhr öffnet der „Bücherwurm“ im Thulboden 9
für alle kleinen und großen „Leseratten“ in Heiligenhafen seine Pforten.
In dem gemütlich eingerichteten Ladengeschäft warten gut erhaltene
Bücher zum kleinen Preis auf Kunden und Leser. Mitarbeiter und Betreute
der Brücke Ostholstein haben in den letzten Wochen fleißig gearbeitet,
um den 40 Quadratmeter großen Laden einzurichten und die 40 laufenden
Regalmeter mit gebrauchten Büchern zu füllen. „Damit verwirklichen wir
eine Idee, die wir schon länger mit uns herumgetragen haben“, erläutert
Anja Bargholz, eine der Initiatoren des Projektes. „Wir brauchen einen
geschützten Raum, in dem Menschen, die an einer seelischen Erkrankung
leiden, stundenweise arbeiten können. Wir schauen dann gemeinsam, was
schon gut gelingt und wo die Grenzen der Belastbarkeit liegen.“ Die
Arbeiten sind sehr vielfältig. Bevor ein gebrauchtes Buch in den Händen
eines neuen Lesers liegt, ist es durch viele andere Hände gewandert. Die
Bücher müssen von den Spendern entgegen genommen werden, sie werden auf
ihren Zustand überprüft und „verzettelt“, wie das handschriftliche
Erfassen der Buchdaten auf einem Laufzettel genannt wird. Dann wird es
einsortiert. „Der gesamte Bestand wird von unseren Mitarbeitern aber
auch in einer Datenbank erfasst und verwaltet“, ergänzt Dörte
Schoblinski.
Die 5 Teilzeitarbeitsplätze für seelisch erkrankte Menschen, die dort
entstehen, sind auch ein Zeichen gelungener gesellschaftlicher
Integration. „Das ist seit 20 Jahren eines der Hauptziele der Brücke
Ostholstein und ihrer hauptberuflichen und ehrenamtlichen Mitarbeiter
und Mitarbeiterinnen“, sagt Geschäftsführer Dirk Wäcken.
„Arbeitsmöglichkeiten für Menschen mit Handicap sind Ausdruck von
Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und ein Zeichen von Wertschätzung“.
Die Mitarbeiter im „Bücherwurm“ warten nun gespannt auf die ersten
Kunden, hoffen auf weitere Bücherspenden und freuen sich auf möglichst
viele Gäste zur Eröffnung.
Das Team vom Bücherwurm wird an 6 Tagen in der Woche jeweils von 10.00 -
12.30 Uhr und von 14.00 – 17.00 Uhr für ihre Kunden da sein. Am
Montagvormittag und am Mittwochnachmittag bleibt der Laden geschlossen.
Inzwischen ist er aus dem Stadtbild nicht mehr wegzudenken, der
„Bücherwurm“ der Brücke Ostholstein in der Albert-Mahlstedt-Straße 39.
Grund genug für die Initiatorinnen und das Team des
Secondhand-Buchladens, das 6-jährige Jubiläum am kommenden Wochenende
gebührend zu feiern: Den Anfang macht eine amüsante plattdeutsche Lesung
des Autors Swen Moritzen aus seinem Buch „De eensame Hude“. Den Freunden
des Plattdeutschen ist der Autor sicher schon ein Begriff, aber auch
andere Fantasiebegeisterte sind eingeladen, „ de Aventüer vun Woudlöper
Nourka“ mit zu erleben. Am Samstag gibt es dann das besondere
Jubiläumsangebot für Leseratten, gleich kiloweise Bücher kaufen zu
können. Die Kinder werden in ein Malangebot eingebunden, dazu gibt es
Würstchen, Kaffee und selbstgemachten Kuchen.
Die Idee für einen Secondhand-Buchladen, der von Menschen mit seelischen
Erkrankungen betrieben wird, hatte Angela Weinke. Die
Brücke-Mitarbeiterin und Hauptinitiatorin des Projekts wollte das
Beschäftigungsangebot der bestehenden Einrichtungen um einen geschützten
Arbeitsbereich erweitern, der zugleich sehr arbeitsmarktnah war. Nach
einem Jahr Vorlaufzeit konnte sie im Mai 2002 mit ihren Kolleginnen
Meike Heeckt und Birte Klärmann den Bücherwurm zunächst in der
Begegnungsstätte der Brücke in der Bahnhofstraße eröffnen. Dann ging
alles sehr schnell: „Wir haben das Projekt angeschoben und konnten uns
schon nach kurzer Zeit wieder herausziehen,“ erzählt Angela Weinke. Die
Eutiner spendeten Bücher und es wurden Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen
gefunden, die die Spenden in Empfang nehmen und am Computer verwalten.
Die Beschäftigten können sich die Arbeitszeit, je nach psychischer
Belastbarkeit, nach eigenem Ermessen einteilen und es macht ihnen
einfach Spaß, die Kunden in angenehmer Atmosphäre zu beraten. Das
Konzept wurde in Eutin und Umgebung so gut angenommen, dass der Laden
vor zwei Jahren ein neues Domizil in den Räumen in der
Albert-Mahlstedt-Straße erhielt, nur wenige Gehminuten von der
Innenstadt entfernt. Heute finden sich dort rund 6000 Bücher, Spiele,
Schallplatten und CDs.
Am Wochenende sind Freunde und Freundinnen der Bücherwurms und andere
Neugierige herzlich eingeladen, das 6-jährige Jubiläum dieses
außergewöhnlichen Projekts in und vor dem Laden mit dem Team zu feiern.
Die plattdeutsche Lesung beginnt am Freitag, den 27 Juni um 20 Uhr,
Samstag wird weitergefeiert von 10 bis 14 Uhr.